16. JanuarBei insgesamt geringen Druckgegensätzen liegt Göttingen in einer schwachen südlichen Strömung. Bei absinkender Luft lösten sich die Wolken in einem breiten Streifen quer über Deutschland zunehmend auf und brachten Göttingen mehr als zwei Stunden Sonnenschein. Auf dem Satellitenfoto zeichnet sich unter einer dichten Hochnebeldecke der Umriss Tschechiens markant ab. Eingerahmt vom Böhmischen und Erzgebirge gleitete die anströmende Luft über der bodennahen feuchten Luft auf und führte dort zu grauem Wetter.Am Abend konnte man an der Wetterstation eine starke Schichtung der Luft messen: Während die Hüttentemperatur (2 Meter über dem Boden) gegen 19 Uhr +4°C betrug, zeigte das Bodenthermometer in 5 cm Höhe -2,2°C, also einen Temperaturunterschied von mehr als 6 K innerhalb der Strecke eines großen Menschen. Verschärft wird dieser Effekt durch den noch immer gefrorerenen Boden. Autofahrer sollten also daran denken, dass bei klarem Himmel nach einer hochwinterlichen Phase feuchte Straßen auch bei deutlichen Plusgraden schnell überfrieren können. 15. JanuarDie milde Luft der letzten Tage hat wie angekündigkt zu Tauwetter in allen Höhenlagen von Harz und Solling geführt. Die tiefen Temperaturen Anfang Januar und die recht beachtlichen Schneemengen benötigen jedoch viel Energie für den Wechsel des Aggregatzustands, so dass sich der Abschmelzprozess seit Tagen hinzieht. Mittlerweile sind die Höhenlagen bis 200 Meter weitgehend schnee- und eisfrei. Am heutigen Donnerstag fielen letzte Regentropfen. Danach baut sich wie bereits an dieser Stelle beschrieben ein blockierendes Hoch über dem nördlichen Europa auf, das sich als langwelliger Keil über Mitteleuropa bis zum subtropischen Hochdruckgürtel ausdehen und für mindestens eine Woche Niederschläge aus Deutschland fernhalten wird. Lediglich bei Hochnebel könnte Nieselregen fallen. Sicher ist, dass unter Warmluftadvektion die unteren Bodenschichten langsam auskühlen werden und eine Inversionswetterlage entsteht. Ob wir nach dem Wochenende auch in den tiefen Lagen blauen oder grauen Himmel sehen werden, hängt von Faktoren wie Windgeschwindigkeit und Luftfeuchtigkeit ab. Nach derzeitigem Stand sind die Chance auf Sonne ab etwa Sonntag günstig, auf erneuten Frost (in tiefen Lagen) jedoch ebenso.
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