20. AprilIn den letzten Tagen hat sich über dem Nordpolarmeer hoher Luftdruck etabliert. Als langestreckter Keil sorgt er unter langsamer Verlagerung nach Südosten für steigenden Luftdruck auch über Westeuropa. Anders als letzte Woche simuliert hält der Höhenrücken den osteuropäischen Trog etwas weiter auf Abstand, so dass sich bei uns zunehmend die Sonne durchsetzen wird. Allerdings bleiben die Temperaturen durch die vorherrschende nördliche Höhenströmung verhalten. Leider steigt in der kühlen Luft bei klaren Nächten wieder das Frostrisiko. Während die Modelle Frühtermperaturen von knapp über 0°C vorhersagen, zeigt die Erfahrung, dass das Obere Leinetal als Kaltluftsee zwischen Harz und Solling ein erhöhtes Spätfrostrisiko birgt. Die Obstbaumblüte und das Frühgemüse bleiben also gefährdet.19. AprilAb heute geht in der nördlichsten dauerhaften Siedlung Europas, in Longyearbyen auf Spitzbergen, die Sonne nicht mehr unter den Horizont. Dort beginnt der Polartag und bei wolkenlosem Himmel beträgt die mögliche Sonnenscheindauer 24 Stunden pro Tag. Am Nordkapp, also dem nördlichsten Punkt Kontinentaleuropas, liegt dieser Wert bei mehr als 17 Stunden, wegen der Mitternachtsdämmerung wird es auch nachts nicht mehr ganz dunkel.Bei uns zog wie erwartet die Kaltfront eines kleinräumigen Tiefs über Südnorwegen durch. Wie vom kanadischen Modell recht genau erfasst kam es zu erheblichen Hebungsprozessen, die zu ergibigen Regen führten. Das Hauptniederschlagsfeld brachte etwa 20 mm Regen, insgesamt geht der Tag mit mehr als 25 mm in die Statistik ein und ist damit ein Kandidat für den regenreichsten Tag im Jahr. Wer sich um einen Frühlingssonntag unter freiem Himmel betrogen fühlt, sei erinnert, dass auch für uns in Mitteleuropa Regen Leben bedeutet und der April noch immer nicht sein langjähriges Niederschlagsmittel erreicht hat. Wie unersetzlich solch ein Regen ist, sei an einem Beispiel verdeutlicht: Unser Pächter, ein Bio-Gemüsebauer, muss bei trockenem Wetter seine Flächen mit einem 5000 Liter Wasserfass bewässern. Nimmt man die Daumenregel, so dringt jeder Millimeter Wasser etwa einen Zentimeter in gewachsenen Boden ein: 25 Millimeter also 25 cm, gerade genug für den Wurzelbereich, den eine längere Hochsommerlage ausgetrocknet hat. Um einen Hektar Feldfrüchte zu bewässern, muss der Gemüsebauer sein Fass 50 mal auffüllen und das Wasser gleichmäßig aufs Feld ausbringen. Wohlgemerkt zusätzlich zur ohnehin anfallenden Arbeit...
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