08. FebruarIn den kommenden Tagen wird das wochenlang über Skandinavien liegende Hochdruckgebiet vollständig abgebaut. An seiner Stelle kann ein Langwellentrog bis nach Deutschland vorstoßen. Während dieser Umstellungsphase gerät Südniedersachsen in ein ausgesprochen windschwaches Übergangsgebiet. Da die Zufuhr trockener Kaltluft nachlässt, füllen sich die unteren Luftschichten zunehmend mit Feuchtigkeit auf. Über dem diagonal über Deutschland verlaufenen Schneefeld entsteht sogenannter Berührungnebel, ausgelöst durch die Abkühlung der ohnehin fast gesättigten Luft direkt oberhalb des schmelzenden Schnees auf Werte unterhalb des Taupunkts.Die Windstille führt außerdem dazu, dass in einem Streifen von Südpolen bis zur Nordsee die Luft derzeit nach dem AQI (Air Quality Index) mit "schlecht" bewertet wird. In Göttingen kommt nur sehr langsam Bewegung ins Wettergeschehen: Sonntag steht die Luft, Nebel, Hochnebel und ein fast linearer Temperaturverlauf nagen nur langsam an der Restschneedecke. Zu Beginn der Woche setzt sich allmählich sauberere und mildere Luft zunächst in der Höhe, ab Mittwoch auch am Boden durch, so dass bis Donnerstag vermutlich das Leinetal von Eis und Schnee befreit sein werden. Auf Frühlingswetter sollte man sich jedoch nicht einstellen, da auf der Rückseite des entstehenden Skandinavientiefs Ende der Woche vermutlich wieder kühlere Luft bis nach Deutschland vorankommt. 06. FebruarDurch das blockierende Skandinavienhoch ziehen die Tiefdruckgebiete zur Zeit auf einer südlichen Bahn um Mitteleuropa herum. Zwischen einem Randtief über dem westlichen Algerien und dem nach Süden verschobenen, normalerweise über den Azoren liegenden Hoch, entstand an einer dichten Drängung der Isobaren über Marokko ein Sturmfeld, unter dem es im hohen Atlas sehr ungemütlich wurde. Bei Windböen bis Orkanstärke regente es, auf den Berggipfeln fiel der Niederschlag als Schnee.Auch bei uns machen sich Auswirkungen der ungewöhnlich stabilen Großwetterlage bemerkbar: Der anhaltenden Ostwind über Südskandinavien, dem Baltikum und Norddeuschland drückt das Wasser aus der Ostsee über den Großen Belt in die Nordsee. Teilweise liegen die Wasserstände bis zu 25 cm unter dem Normalwert. Mittlerweile kommt Dynamik in das Wettergeschehen: Das lange blockierende Hoch über Skandinavien wandert nach Osten. An seiner Stelle stößt ein kräftiger Trog über Nordeuropa Richtung Jütland vor. Mit der gleichzeitigen Annäherung atlantischer Tiefs dreht die Strömung bei uns auf Südwest. Die mildere Luft kann sich zunächst am Boden nur zögerlich durchsetzen, so dass es bei ähnlichen Werten wie am Freitag und damit leichtem Tauwetter bleibt. Neuen Schwung simulieren die Läufe des GFS für Mitte kommender Woche. Sollten sich die Prognosen bestätigen, werden dann ab Mittwoch deutlichere Pluswerte und Regen den Altschnee abschmelzen lassen.
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