Die lange bestehende Großwetterlagenkonstellation mit hohem Luftdruck über den Britischen Inseln und tiefem über dem Baltikum verschiebt sich nun nach Westen: Damit kommt Mitteleuropa zunehmend in den Bereich der "Bruchstelle", in der hochsommerliche Hitze nach Süden abgedrängt wird. Auf der Ostseite des nordatlantischen Hochs strömt in den kommenden Tagen mit einer Winddrehung auf Nordwest kühlere Luft zu uns. Im Übergangsbereich zum weiterhin unbeständigen Wetter über Osteuropa bleibt es bei uns allerdings eher freundlich. Der Gesamtcharakter ist am ehesten mit heiter bis wolkig bei angenehmen Tagestemperaturen um die 20°C beschrieben, also ideales Wanderwetter. Aus touristischer Sicht angenehm (wenn auch kein klassisches Schwimmbadwetter), aus landwirtschaftlicher Sicht fehlt das Wasser. Kurze Schauer mit Mengen von 1-10 mm gleichen die Tagesverdunstung aus, durchfeuchten aber nicht die Wurzeltiefen der Pflanzen. Ein durchfeuchtender Regen ist weiterhin nicht in Sicht. Nur ein einziger Lauf (das Ensemble des GFS besteht aus 30 Läufen) zeigt für die Zeit bis kommenden Freitag Regenmengen über 10 mm.
7. Juli
Eine neue Großwetterlage baut sich über Europa auf: Eine Hochdruckbrücke mit Schwerpunkt über den Britischen Inseln wird flankiert von einem Tief über Madeira und einem weiteren über Osteuropa. Diese Konstellation könnte recht stabil werden und führt dazu, dass der Iberische Halbinsel und Südfrankreich eine extreme Hitzewelle bevorsteht, da das atlantische Tief an seiner Ostflanke Luftmassen aus der Sahara nach Norden führt. Über Skandinavien und dem nördlichen Mitteleuropa bleiben die Werte deutlich angenehmer, da sich zwischen dem britischen Hoch und dem baltischen Tief eine schwache nördliche Strömung etabliert. Die Grenze verläuft vermutlich (mit dynamischen Bewegungen) quer über Deutschland und führt das Temperaturgefälle von Südwest nach Nordost fort, das bereits seit längerer Zeit Deutschland in einen heißen Oberrheingraben und ein kühles Brandenburg teilt. Mit der in Klammern erwähnten unsicheren Wetterdynamik könnte das für Göttingen eine hochsommerlich warme, sonnige Phase ohne extreme Hitze bedeuten.