12. MaiDie Eisheiligen (11. bis 15. Mai) sind in mehrfacher Hinsicht keine gute Bauernregel, obwohl Sie dieses Jahr so perfekt passen. Einmal weil sie sich auf den julianischen Kalender beziehen und eigentlich eine Woche später anzusetzen sind. Zum anderen, weil diese Regel eine banale ist: Achtung, es kann noch einmal kalt werden im Mai! Kalt werden kann es aber bei uns nördlich des 50. Breitengrades das ganze Jahr über, im Sommer häufiger als im Winter. Die Erwärmung ist eine graduelle und je nach Bedingungen kann es Frost bis in den Juni geben (1962 gab es im Juni sogar 5 Frosttage).Wer heute bei guter Sicht zum Harz schaute, sah schneebedeckte Bergkuppen. Diese Wetterlage setzt sich zunächst nahezu unverändert bis zur neuen Woche fort. Den Blick auf mehr als 5 Tage in die Zukunft vermeide ich. Nur soviel: Die drei Panels von GFS, ECMWF und GEM gehen in großer Übereintimmung davon aus, dass sich zu Beginn der neuen Woche über Mitteleuropa hoher Luftdruck und zunehmend wärmere Kuft etabliert. 11. MaiAm Montag entstand im Vorfeld der Kaltfront eines Tiefs mit Kern über Skandinavien ein schmales aber kräftiges Niederschlagsgebiet, das in seiner Intensität noch am Sonntag von keiner Prognose der großen Wetterinstitute erfasst wurde. Innerhalb von 12 Stunden fielen an der WSG 31 mm Regen, was recht genau der Hälfte der für den Monat üblichen Menge entspricht. Könnte man dieses Wasser vom gesamten Stadtgebiet Göttingen sammeln, ergäbe sich eine Menge von etwa 3,6 Milliarden Litern, ausreichend, um die knapp 130.000 Einwohner der Stadt etwa ein halbes Jahr mit Wasser zu versorgen.Der Vergleich bleibt theoretisch, da Hardegsen am südlichen Rand des Niederschlaggebiets lag und in Göttingen in der gleichen Zeit 12 mm, in Friedland nur 4 mm Regen gefallen sind. Die Simulationen zeigen für die kommenden Tage eine Fortdauer des kühlen Rückseitenwetters mit hochreichender Kaltluft. Dabei liegen die 850 hPa-Werte (entspricht einer Höhe von 1500 Metern) mit -5°C um etwa 10 K unter den Mittelwerten der zweiten Maidekade. Zusammen mit der zur Mittagszeit fast 60° über dem Horizon stehenden Sommersonne sind die Bedingungen für Schauer recht günstig. In den Hochlagen des Harzes sind Schneeflocken dabei. Die Panels zeigen eine gleichmäßige, aber nur sehr langsame Erwärmung. Nach dem heutigen Lauf sollen die Temperaturwerte erst am 20. Mai wieder im Normalbereich liegen.
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