19. MärzZur Zeit erleben wir eine ungewöhnliche Großwetterlage: Ein Tief mit Zentrum über Zypern bringt Regen in Gebiete, die sonst unter Trockenheit leiden: In weiten Teilen des Nahen Ostens wie Jordanien, Syrien, Irak und Saudi Arabien gab es Regenfälle, auf Zypern selbst bis zu 50 mm während der letzten drei Tage. Das zugehörige Höhentief schwächt sich zwar bis Montag ab, zapft aber durch einen erneuten Trogvorstoß über Osteuropa nochmals Kaltluft an und soll bis mindestens Ende kommender Woche in den genannten Ländern zu weiteren Niederschlägen führen.Bei uns hat sich dagegen wie vorhergesagt eine Hochdruckbrücke geschlosen und bei wokenlosem Himmel für nahezu astronomisch möglichen Sonnenscheindauer (minus Horizontbegrenzung) von knapp 11 Stunden gesorgt. Sehr vage deutet sich im Verlauf der kommenden Woche eine westliche Verlagerung des Trogs an. Nach viel Sonnenschein und recht angenehmen Tagestemperaturen stünde Mitteleuropa dann eine kühle Witterung bevor. 17. MärzAm Freitag ist Frühlings-Äquinoktium, also Tag- und Nachtgleiche. Die senkrecht stehende Sonne überschreitet den Äquator, am Nordpol geht die Sonne auf und die Tageslänge ist in den hohen Breiten wieder länger als in den mittleren. An jedem beliebigen Ort der Welt beträgt die astronomische Sonnenscheindauer jetzt 12 Stunden, an beiden Polen ist die Sonne 24 Stunden lang zur Hälfte über dem (theoretisch) ebenen Horizont. Auf ein Jahr gerechnet beträgt die astronomische Sonnenscheindauer an jedem Ort der Welt 365 mal zwölf Stunden, also 4380 Stunden, direkt an den Polen aufgeteilt einen halbjährigen Polartag, gefolgt von einer halbjährigen Polarnacht.Von der stark mändrierenden polaren Zirkulation haben sich aus zwei Langwellentrögen über Europa zwei eigenständige Höhentiefs abgetrennt, eins liegt über Madeira, das andere über dem östlichen Mittelmeer. Die eigenschlossene Kaltluft labilisiert unter der bereits recht kräftigen Sonne die vertikale Schichtung und sorgt für kühles Schauerwetter vom Alpenraum bis zur Nilmündung. Nördlich davon schließt sich vorübergehend eine Hochdruckbrücke und sorgt für Sonnenschein und mäßig warme Tage in einem breiten Streifen von Irland bis Polen. Nach den derzeitigen Simulationen kann der sogenannte Kaltlutftropfen kommende Woche mehrmals die nördliche Polarluft anzapfen und seine Lebensdauer erheblich verlängern. Wo dieser Kontakt entstehend wird, ist für die weitere Entwicklung entscheidend, bleibt aber kaum vorhersagbar.
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