29. JuniMit dem Durchzug eines von Gewittern durchsetzten Niederschlagfelds, das in Göttingen mehr als 20 mm Regen hinterließ, endete eine Extremwetterlage mit zahlreichen neuen Hitzerekorden in Deutschland. Zwar wurde bei uns das Allzeitmaximum vom 20. Juli 2022 (37,5°C) mit 36,0°C knapp unterschritten, doch machten andere Faktoren die Wetterlage zu einem Ausnahmezustand: Der maximal hohe Sonnenstand (Sommersonnenwende), die maximale astronomische Sonnenscheindauer (mehr als 16 Stunden), der sehr hohe Taupunkt (mehr als 20°C), nahezu keine horizontale Windbewegung, sehr warme Nächte mit Minima um 20°C. Der sogenannte THSW-Index, der Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Globalstrahlung und Wind mit einbezieht für ein subjektiv empfundenes Temperaturäquivalent in Grad Celsius, lag am Samstag zeitweise bei mehr als 50°C. Von Donnerstag bis Sonntag lagen die Tagesmittelwerte bei über 26°C (einziger bisheriger Tag mit Mittelwerten über 26°C: 20. Juli 2022).Die Großwetterlage ist weiterhin hochsommerlich mit einem bis in die gemäßigten Zonen reichenden Subtropenhochs über weiten Teilen Europas. Allerdings wurden die Extremtemperaturen der Hitzeglocke nach Osten abgedrängt. So setzt sich das meist freundliche und trockene Wetter fort, nur auf dem für die Jahreszeit üblichen Temperaturniveau mit Höchstwerten um die 25°C. 25. JuniFür eine klassische Hitzewelle reicht die Zufuhr von warmer Luft und ein sommerliches Hoch. Für eine Hitzeglocke mit Extremtemperaturen kommen weitere Faktoren dazu: Über den westlichen und zentralen Teilen Europas liegt ein starker Höhenrücken, also ein besonders im 500 hPa-Niveau (ca. 5500 Meter Höhe) ausgeprägter hoher Luftdruck mit entsprechend starker Absinkbewegung der Luft. Das führt zu Wolkenauflösung und ungehinderter Sonneneinstrahlung bei uns derzeit mit gut 16 Stunden täglich. Bodennah sind die Luftdruckgegensätze über weite Distanzen sehr gering, so dass die aufgeheizte Luft nicht horizontal verfrachtet wird und sich wie unter einer Glocke so lange aufheizt, wie diese Großwetterlage anhält. Die nächtliche Abstrahlung reicht nicht für eine ausgeglichene Energiebilanz. Diese Situation führt vor allem in Frankreich derzeit für großflächige Tagesmaxima von mehr als 40°C.Für Göttingen zeigen die Läufe am Samstag und Sonntag 850 hPa-Werte von 23°C und mögliche Tagesmaxima im Leinetal von mehr als 35°C. Zu Beginn der kommenden Woche gelangen wir dann in den Hebungsbereich der Vorderseite eines vor den Britischen Inseln liegenden Tiefs. Im weiteren Verlauf sinken die Temperaturen bis zum Monatswechsel voraussichtlich um etwa 10 K auf für die Jahreszeit durchschnittliche Werte.
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